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Ohrendruck im Flugzeug: Wie das Valsalva-Manöver wirklich hilft

Ohrendruck im Flugzeug: Wie das Valsalva-Manöver wirklich hilft

Wenn der Flugzeugstart oder die Landung naht, spüren viele ein unangenehmes Ziehen in den Ohren. Dieses Druckgefühl ist zwar lästig, aber in den meisten Fällen harmlos. Doch wie kann man den lästigen Ohrendruck im Flugzeug am besten loswerden?

Eine der effektivsten Methoden ist das sogenannte Valsalva-Manöver. Dahinter verbirgt sich ein einfacher Trick, der schnell Abhilfe schaffen kann. Aber wann sollte man das Valsalva-Manöver anwenden und wie wird es korrekt durchgeführt? Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst.

Warum entsteht der Ohrendruck im Flugzeug?

Der Ohrendruck ist ganz natürlich und entsteht durch die Druckschwankungen während des Fluges. Beim Start und bei der Landung ändert sich der Luftdruck in der Kabine schnell. Das führt zu einer Druckdifferenz zwischen der Außen- und Innenluft in unserem Ohr.

Um diesen Druckunterschied auszugleichen, muss Luft in die Ohren gepumpt werden. Normalerweise geschieht das automatisch, wenn wir gähnen, schlucken oder husten. Doch bei manchen Menschen klappt dieser Ausgleich nicht so gut – dann entsteht der unangenehme Ohrendruck.

Einfache Tricks gegen den Ohrendruck

Bevor man zum Valsalva-Manöver greift, gibt es noch ein paar andere, einfache Tricks, die Abhilfe schaffen können:

– Gähnen: Durch das Gähnen weiten sich die Eustachischen Röhren, die vom Rachen zum Mittelohr führen. So kann Luft besser ausgetauscht werden.

– Kauen: Durch Kaubewegungen wird ebenfalls der Luftaustausch angeregt und der Druck im Ohr ausgeglichen.

– Schlucken: Auch beim Schlucken öffnen sich die Eustachischen Röhren kurzzeitig, was dem Druckausgleich dient.

All diese Methoden können probiert werden, bevor man zum Valsalva-Manöver greift. Wenn die einfachen Tricks nicht helfen, ist das Valsalva-Manöver oft die nächste sinnvolle Maßnahme.

Was steckt hinter dem Valsalva-Manöver?

Das Valsalva-Manöver ist eine Methode, bei der man aktiv Luft in die Ohren presst. Dabei wird der Druck im Nasen-Rachen-Raum erhöht, um die Eustachischen Röhren zu öffnen und den Druckausgleich im Ohr zu ermöglichen.

Der Vorgang ist denkbar einfach: Man hält die Nase zu, schließt den Mund und atmet dann kräftig aus, ohne die Luft durch die Nase entweichen zu lassen. Diesen Vorgang wiederholt man mehrmals, bis der Druckausgleich spürbar ist.

So führen Reisende das Valsalva-Manöver richtig aus

Damit das Valsalva-Manöver wirklich hilft, muss es korrekt ausgeführt werden:

1. Atmen Sie tief ein und halten Sie dann Nase und Mund fest verschlossen.
2. Atmen Sie nun kräftig aus, ohne die Luft durch Nase oder Mund entweichen zu lassen.
3. Halten Sie den Atem für etwa 5-10 Sekunden, bis Sie ein Knacken oder Druckausgleich in den Ohren spüren.
4. Wiederholen Sie den Vorgang so oft, bis der Druck in den Ohren nachlässt.

Wichtig ist, dass der Vorgang nicht zu heftig ausgeführt wird. Ein zu starker Druck kann sonst die Trommelfelle schädigen. Lieber mehrmals leicht durchführen, als einmal mit Vehemenz.

Wann ist Vorsicht geboten?

Das Valsalva-Manöver ist in den meisten Fällen harmlos und kann bedenkenlos angewendet werden. Allerdings gibt es ein paar Situationen, in denen Vorsicht angebracht ist:

– Bei Erkältungen oder Nasennebenhodenentzündungen: In diesem Fall ist das Manöver eventuell schmerzhaft und kann sogar die Beschwerden verschlimmern.

– Bei Trommelfellperforationen: Hier darf das Valsalva-Manöver nicht angewendet werden, da es zu Komplikationen führen kann.

– Bei Durchblutungsstörungen: Personen mit Kreislaufproblemen sollten das Manöver ebenfalls meiden, da es den Blutdruck kurzfristig erhöht.

In solchen Fällen ist es besser, andere Methoden zum Druckausgleich zu verwenden oder ärztlichen Rat einzuholen.

Wenn das Ohr nach der Landung nicht mehr “aufgeht”

Manchmal klappt der Druckausgleich auch nach der Landung nicht sofort. Dann bleibt ein unangenehmes Druck- oder Völlegefühl im Ohr zurück.

In den meisten Fällen löst sich das Problem von selbst, wenn man weiter kaut, schluckt oder gähnt. Auch das Valsalva-Manöver kann nochmal hilfreich sein.

Sollte der Druck jedoch länger als einen Tag anhalten oder sogar Schmerzen auftreten, ist ein Arztbesuch ratsam. Dann könnte eine Entzündung oder andere Komplikation vorliegen, die behandelt werden muss.

Was Vielflieger vorab tun können

Wer häufig fliegt, kennt das lästige Druckgefühl in den Ohren nur allzu gut. Für diese Reisenden gibt es ein paar Tipps, um Ohrendruck schon im Vorfeld vorzubeugen:

– Trinken Sie vor dem Flug ausreichend Wasser, um Ihre Schleimhäute feucht zu halten.
– Vermeiden Sie alkoholische Getränke und Koffein, da diese die Durchblutung beeinträchtigen können.
– Versuchen Sie, bei Start und Landung nicht einzuschlafen, damit Sie aktiv gähnen, schlucken oder das Valsalva-Manöver durchführen können.
– Haben Sie Kaugummi oder Bonbons parat, um den Speichelfluss anzuregen.

Mit etwas Vorbereitung lässt sich der lästige Ohrendruck also meist gut in den Griff bekommen.

Warum das richtige Maß beim Druck so entscheidend ist

Ob nun Valsalva, Toynbee oder andere Methoden – entscheidend ist, dass der Druckaufbau nicht zu stark ausfällt. Ein zu hoher Druck kann nämlich die empfindlichen Strukturen im Ohr schädigen.

Leichter Druck, der gerade so zum Knacken oder Poppen in den Ohren führt, ist dagegen völlig unbedenklich. Wichtig ist, dass man den Vorgang mehrmals wiederholt, bis der Ausgleich spürbar ist – statt einmal kräftig durchzuatmen.

Wer unsicher ist, wie viel Druck angebracht ist, sollte lieber vorsichtig agieren. Lieber mehrmals leicht, als einmal zu heftig.

Methode Durchführung Wirkung
Valsalva-Manöver Nase zuhalten, Mund schließen, ausatmen ohne Luftentweichen Druckerhöhung im Nasen-Rachen-Raum, Öffnen der Eustachischen Röhren
Toynbee-Manöver Nase zuhalten, Schlucken Öffnen der Eustachischen Röhren durch Schluckbewegung
Politzerisation Luft in den Nasen-Rachen-Raum blasen Direkte Druckerhöhung im Mittelohr

“Das Valsalva-Manöver ist eine sehr effektive Methode, um den Ohrendruck im Flugzeug schnell auszugleichen. Wichtig ist, dass es nicht zu heftig ausgeführt wird – leichter, wiederholter Druck ist besser als einmaliger starker Druck.” – Dr. med. Maria Schneider, HNO-Ärztin

“Neben dem Valsalva-Manöver gibt es auch andere Methoden wie das Toynbee-Manöver oder die Politzerisation. Diese können je nach Situation ebenfalls hilfreich sein, um den Druckausgleich im Ohr zu erleichtern.” – Prof. Dr. Thomas Weber, Experte für Flugmedizin

“Vielflieger können dem Ohrendruck auch schon im Vorfeld vorbeugen, indem sie ausreichend trinken, Alkohol und Koffein meiden und beim Start und bei der Landung wach bleiben. So können sie die Selbstregulierung des Druckausgleichs optimal unterstützen.” – Dr. Sophie Müller, Reisemedizinerin

Wie oft sollte man das Valsalva-Manöver wiederholen?

Das Valsalva-Manöver sollte mehrmals, am besten 5-10 Mal, langsam und mit leichtem Druck durchgeführt werden. Erst wenn der Druckausgleich in den Ohren deutlich spürbar ist, kann man damit aufhören.

Ist das Valsalva-Manöver für jeden geeignet?

Nein, das Valsalva-Manöver sollte bei bestimmten Vorerkrankungen wie Trommelfellperforationen oder Durchblutungsstörungen nicht angewendet werden. In diesen Fällen ist es besser, ärztlichen Rat einzuholen und andere Methoden zum Druckausgleich zu verwenden.

Kann man das Valsalva-Manöver auch schon vor dem Flug üben?

Ja, das ist sinnvoll. Je vertrauter man mit der Methode ist, desto leichter fällt es, sie im Flugzeug korrekt anzuwenden. Üben Sie das Valsalva-Manöver also am besten schon ein paar Tage vor Reiseantritt, damit Sie im entscheidenden Moment sicher sind.

Was tun, wenn der Ohrendruck nach der Landung nicht nachlässt?

Wenn der Ohrendruck länger als einen Tag nach der Landung anhält oder sogar Schmerzen auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dann könnte eine Entzündung oder andere Komplikation vorliegen, die behandelt werden muss.

Gibt es noch andere Manöver zum Druckausgleich?

Ja, neben dem Valsalva-Manöver gibt es noch weitere Methoden wie das Toynbee-Manöver (Nase zuhalten, schlucken) oder die Politzerisation (Luft in den Nasen-Rachen-Raum blasen). Je nach Situation können diese ebenfalls hilfreich sein.

Wann sollte man lieber auf das Valsalva-Manöver verzichten?

Bei Erkältungen, Nasennebenhodenentzündungen oder Durchblutungsstörungen ist Vorsicht geboten. In diesen Fällen kann das Valsalva-Manöver schmerzhaft sein oder sogar die Beschwerden verschlimmern. Besser ist es dann, andere Methoden zum Druckausgleich zu verwenden.

Kann man den Ohrendruck auch ohne Manöver loswerden?

Ja, in vielen Fällen lässt sich der Ohrendruck auch durch einfaches Gähnen, Kauen oder Schlucken lindern. Diese Methoden regen den natürlichen Druckausgleich an und können vor dem Griff zum Valsalva-Manöver ausprobiert werden.